Die Anregung, über den Begriff nachzudenken, ist sicherlich gut. Die Schwierigkeit, eine verbindliche, allgemeine Aussage zu treffen, scheint mir unmöglich. Schon die heutige, sehr kompakte Deutung der ISO-Norm brauchte einen Hinweis, dass unter „Produkt“ auch „Dienstleitung“ definiert ist.
Der Begriff „Qualität“ ist immer mit dem Begriff “Erfüllung von Forderungen” gekoppelt – es wird aber nicht definiert, ob diese vereinbart und messbar sind – und wenn messbar, ob die Messmethoden kompatibel sind. Betrifft Qualität das einzelne Ergebnis einer geplanten, nachvollziehbaren Wertschöpfungskette oder ist es das Endergebnis eines wie auch immer gearteten Prozesses?
Qualität in der industriellen Massenfertigung (Knopf, Auto), Einzelstückfertigung (Werkzeug, Werkzeugmaschine) oder Dienstleistung (Fensterputzen, Pflege eines Palliativpatienten) benötigt eine Aussage – aber sind dabei alle Merkmale gleichwertig hinsichtlich der (erwarteten, geforderten) Qualität? Beim Auto wissen wir alle, dass der Verbraucher unterschiedlich auf die diversen Merkmale reagiert (Funktion, Anmutung). Die Werkzeugmaschine ist genau spezifiziert und wird vom Abnehmer einer gezielten, vereinbarten(?) Leistungsabnahme unterworfen. Im Dienstleistungsbereich wird Qualität häufig durch die persönliche Abnahme eines/einer vom Kunden gestellten Fachmannes/Fachfrau definiert.
Wird der Knopf in der industriellen Fertigung benötigt, so ist die Bewertung der Qualität anders als für den Knopf für die private Schneiderin. Gleiches gilt für das Thema Werkzeug.
Im Dienstleistungsbereich am Menschen kommen noch die Emotionen hinzu: Wird der Patient ausreichend, richtig angesprochen? Wie misst man dies? Wer misst?
In meinen Seminaren definiere ich Qualität als Ergebnis eines geplanten, mit dem Kunden vereinbarten Wertschöpfungs- und Freigabeprozesses mit angemessener Fähigkeit der Rückverfolgbarkeit.
Bin gerne bereit mein Wissen bereitzustellen.